Warum macht uns Malerei authentischer?
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Eine spontane visuelle Sprache
Malen ist eine Ausdrucksform, die sich der herkömmlichen rationalen Kontrolle entzieht. Als Arzt erkläre ich meinen Patienten oft, dass Malen wie Schwitzen ist: eine Art des Selbstausdrucks, die sich nicht vollständig beeinflussen oder bewusst gestalten lässt. Unsere Wahl von Farben, Formen und Texturen vermittelt tiefe Emotionen, die manchmal den Worten entzogen sind. Diese Spontaneität macht die Malerei authentischer, denn sie offenbart unser Innerstes, ungefiltert.

Ein ständiger Dialog zwischen Innen und Außen
Malen ist eine ständige Auseinandersetzung mit sich selbst. In jedem Augenblick fragen wir uns: Was will ich? Was bereitet mir Freude? Diese Reflexion, die in unserem von Verpflichtungen und Erwartungen geprägten Alltag selten vorkommt, verbindet uns wieder mit uns selbst. Das Wechselspiel zwischen unseren Gefühlen und dem, was wir auf die Leinwand bringen, wird zu einer Übung im inneren Zuhören. Dieser Dialog zwischen unserer Vorstellungskraft und den technischen Möglichkeiten des Pinsels ermöglicht es uns, uns selbst besser zu verstehen und unsere Entscheidungen zu bestätigen.
Ein wirkungsvolles Ausdrucksmittel für diejenigen, die in Bildern denken.
Manche Menschen erleben die Welt durch Worte, andere durch Bilder. Für Letztere wird die Malerei zu einem unverzichtbaren Mittel, um ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Wo Worte einschränkend wirken können, ermöglicht das Malen vollkommene Freiheit. Es ist ein Weg, das Unsichtbare sichtbar zu machen, das auszudrücken, was sich sonst nicht sagen lässt.
Auch wenn ein Malkurs keine Kunsttherapie ist, bietet er doch jedem die Möglichkeit, sich selbst zu entdecken und sich authentisch auszudrücken. Malen führt uns zurück zu unserer Authentizität, ganz ohne dass wir darüber nachdenken müssen.